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Tauber: „Es war mir eine Ehre“

Mit dem heutigen Tag stellt CDU-Generalsekretär Peter Tauber sein Amt zur Verfügung. Zwar sei er bis Dezember des Jahres gewählt worden, ihm aber schon vor der Bundestagswahl 2017 klar gewesen, dass er das Amt infolge der Regierungsbildung abgeben werde, schrieb Tauber in seinem Blog „Schwarzer Peter“. Der 43-Jährige war seit Dezember 2013 Generalsekretär der CDU.

Ihm gehe das Lied „Geile Zeit“ von der Band ‚Juli‘ durch den Kopf, wenn er an die letzten vier Jahre denke, schrieb Tauber in dem am Montag veröffentlichten Beitrag. „Keine Frage: Es war oft anstrengend, fordernd, aber es war zugleich eine große Ehre, meiner Partei, der ich seit über 25 Jahren angehöre, als Generalsekretär zu dienen.“

„Es waren vier anspruchsvolle, spannende, interessante und lehrreiche Jahre für mich“, fasste er seine Tätigkeit an der CDU-Spitze zusammen. „Mit großem Dank“ schaue er auch auf die Zusammenarbeit mit Angela Merkel zurück, auch weil sie es ausgehalten habe, wenn die beiden – „wie zum Beispiel bei der Öffnung der Ehe oder dem Ruf nach einem dringend notwendigen Einwanderungsgesetz“ unterschiedliche Positionen vertreten haben. Auch deshalb ist er überzeugt: „Es ist ein Segen für Deutschland, diese Frau an der Spitze unserer Regierung zu wissen – gerade angesichts dessen, was in vielen anderen Ländern um uns herum geschieht.“

Neben dem persönlichen Dank an Freunde und politische Gegner für viele gute Debatten und notwendige Auseinandersetzungen, dankt Tauber auch ausdrücklich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „für Fleiß, Loyalität und Freundschaft – all das ist nicht selbstverständlich.“ Vor dem Engagement in der CDU zieht er seinen Hut: „Ich bin dankbar für die vielen Begegnungen mit Mitgliedern der CDU, deren Idealismus und Einsatzbereitschaft in Wahlkämpfen und in der Kommunalpolitik zu den Sternstunden der Demokratie in unserem Land gehören. Jedes Jahr habe ich weit über 100 Stadt- und Kreisverbände besucht. Deshalb weiß ich, mit wieviel Herzblut dort gearbeitet wird.“
 
Angela Merkel dankte Peter Tauber ebenfalls für die sehr vertrauensvolle Zusammenarbeit. „Wir haben Wahlen verloren, wir haben wichtige Wahlen gewonnen und wir haben große Herausforderungen zu bewerkstelligen gehabt. Und ich denke, wir haben auch eine Menge bewegt“, erklärte die Parteivorsitzende der CDU im Anschluss an die Sitzung des Bundesvorstandes. Sie hob insbesondere den Einsatz von Peter Tauber für alle Themen der Digitalisierung und die Modernisierung der CDU hervor.
 

Generalsekretäre, so Tauber, seien „nicht dafür da, dass sie beliebt sind“. Vielmehr sollen sie den politischen Gegner attackieren, aber auch der eigenen Partei notwendige Debatten zumuten. „Beides habe ich getan. Ich bin froh, dass die Diskussion um die Zukunft der CDU weitergeht. Will die CDU Volkspartei bleiben, dann braucht es eine Erneuerung an Haupt und Gliedern“, wie dies mit der Parteireform „Meine CDU 2017“  in ersten Schritten schon begonnen wurde. Mit dem mit ihm oft in Verbindung gebrachten Mantra, die CDU müsse „jünger, weiblicher und bunter“ werden, konnte sich nicht jedes Mitglied identifizierten, „sich nicht in meinen Aussagen wiederfinden“. Das sei in einer Partei, die so vielfältig ist, wahrscheinlich auch kaum möglich. „Darum sage ich allen Dank für die erfahrene Unterstützung, gerade dann, wenn wir in der Sache einmal nicht einer Meinung waren.“

Tauber schloß seinen Blog-Beitrag mit einer Aufzählung, die einen spannenden Schulterblick in den Berufsalltag eines Generalsekretärs gewährt: „Nach 553 Partei- und Wahlkampfterminen an unserer Basis, über 350.000 gefahrenen Kilometern, 95 Sitzungen des Präsidiums, 65 Sitzungen des Bundesvorstands, vier Parteitagen und 15 Wahlkämpfen, vier neuen Landesregierungen mit Beteiligung der CDU in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sage ich Danke und Auf Wiedersehen.“

bsp